Wer seine Fähigkeiten auf technischem Gebiet sieht und Ingenieur werden möchte, wählt die Ausbildungsrichtung Technik. Das spätere Berufsfeld bietet zahlreiche Möglichkeiten: Maschinenbau, Elektrotechnik (Energietechnik, Nachrichtentechnik), Informatik, Bauwesen, u. a.
Der allgemeinbildende Unterricht (siehe Stundentafel) vermittelt grundlegende Voraussetzungen für ein Fachhochschulstudium, unabhängig von der jeweiligen Fachrichtung. Dagegen bereitet der fachspezifische Unterricht speziell auf das angestrebte Berufsziel (Dipl. Ing. [FH]) vor. Er wird erteilt in Technischem Zeichnen (fehlende Vorkenntnisse werden im Ergänzungsunterricht ausgeglichen), Technologie/Informatik, Physik, Chemie und Mathematik.
Ausbildungsrichtung Technik (Metall und Elektro)
Die fachpraktische Ausbildung wird an der Staatlichen Fachoberschule Kempten im Bereich Technik in schuleigenen Werkstätten, die personell und sachlich bestens ausgestattet sind, durchgeführt. Die Werkstätten sind im Gebäude des Beruflichen Schulzentrums Kempten untergebracht. (...siehe Bildergalerie)
Lichtbogenschweißen Lötübung (Netzteil) weitere Bilder Die fpA stellt für die Fachoberschüler eine erste planmäßige Einführung in die Arbeits- und Berufswelt dar, in der folgende Richtziele angestrebt werden:
Die fachpraktische Ausbildung an Hand von Lehrplänen, die nach diesen Richtzielen aufgebaut sind, hat sich bewährt. Sie wird von den Fachhochschulen geschätzt und von den Schülern positiv erlebt und befürwortet.
Die notwendigen fachtheoretischen Kenntnisse werden in der fpA in dem Maße vermittelt, wie es zum Verständnis der zu erlernenden Arbeitstechniken erforderlich ist. Der fachbezogene Unterricht (Technologie, Technisches Zeichnen, Physik, Physikalisches Praktikum und Chemie) übernimmt eine Stützfunktion.
Zum Ausbildungsbereich Metall-Technik gehören zum Beispiel:
Messen und Prüfen (mit bis zu 1/100 mm Genauigkeit), Anreißen, Körnen, Kennzeichnen, Biegen und Richten, Feilen, Sägen, Bohren, Reiben, Senken, Gewindeschneiden von Hand und mit der Maschine, Drehen, Fräsen, Trennen (Scheren), Schleifen, Verschrauben, Löten (Weich- und Hartlöten), Kleben, Schweißen, Wärmebehandlung (Härten und Anlassen), Unfallverhütung, die Herstellung von Werkstücken aus zuvor gefertigten Einzelteilen (Projektarbeiten), Pneumatik (DIN ISO 1219), Schaltpläne, CNC-Technik (DIN 66025), Programme erstellen, Fräsen an computergesteuerten Maschinen (Simulation am PC) u.a..
Zum Ausbildungsbereich Elektro-Technik gehören zum Beispiel:
Normgerechte Bezeichnung von Leitungen und Kabeln, Leitungen abisolieren, Biege- und Lötübungen, Schutzmaßnahmen nach VDE 0100 (Gefahren des elektrischen Stroms), Lichtstromkreisinstallationen, Schutz- und Motorsteuerungen, Messen mit elektrischen Messgeräten (Analog- und Digitalmessgeräten, Oszilloskop), Halbleiter-Technik (elektronische Bauelemente), Gleichrichtern und Stabilisierungsschaltungen, Transistor als Schalter und Verstärker, Digitaltechnik (logische Schaltungen), SPS (speicherprogrammierbare Steuerungen), Programme am PC erstellen u.a..
Die Ausbildung in der Werkstatt (vierzehntägig mit je 32 Wochenstunden) wird durch Betriebserkundungen ergänzt, um die Schülerinnen und Schüler in die industriellen Arbeits- und Fertigungsmethoden einzuführen.
Jede Schülerin und Schüler führt einen Ausbildungsnachweis , in dem Art und Dauer der jeweiligen Tätigkeit eingetragen werden. Er dient gegenüber den Fachhochschulen als Beleg für die mit Erfolg geleistete fpA. Ebenso wird durch das Erstellen von Fachberichten mit technischen Zeichnungen durch die Schülerinnen und Schüler die Fachtheorie durchgearbeitet, wiederholt und vertieft.
Die fpA schafft eine gute Ausgangsposition für das Studium an den Fachhochschulen - auch für junge Frauen!
Für die Ausbildungsrichtung Wirtschaft, Verwaltung und Rechtspflege (WVR) entscheidet sich, wer z. B. den Diplom-Betriebswirt (FH) anstrebt oder Beamter im gehobenen nichttechnischen Dienst werden will.
Der allgemeinbildende Unterricht (siehe Stundentafel) soll, wie in allen Ausbildungsrichtungen, Grundlagen schaffen, auf denen jede weiterführende Ausbildung aufbaut. Der fachspezifische Unterricht vermittelt in den Fächern Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Rechtslehre berufsspezifisches, praxisorientiertes Wissen. Bei fehlenden Vorkenntnissen wird in der 11. Jahrgangsstufe in Mathematik und im Fach Betriebswirtschaft mit Rechnungswesen Ergänzungsunterricht angeboten.
Dem Anliegen der Fachoberschule, Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen, dient die fachpraktische Ausbildung in der 11. Jahrgangsstufe. Sie ermöglicht es dem Schüler, (vielleicht erstmals) einen Betrieb oder eine Behörde "von innen" zu sehen, sich praktische Grundkenntnisse anzueignen und das Gelernte durch die Anschaulichkeit konkreter Arbeitsabläufe zu vertiefen. Da in dieser Ausbildungsrichtung die fachpraktische Ausbildung in zwei Abschnitte eingeteilt ist, besteht die Möglichkeit, in der privaten Wirtschaft (z. B. in der Industrie, im Handel, in einer Bank oder einem Steuerbüro) und in der öffentlichen Verwaltung (z. B. im Arbeitsamt, im Finanzamt oder in einer Kommunalverwaltung) tätig zu werden. Der Wechsel zwischen den Ausbildungsstellen leistet wertvolle Orientierungshilfe für die spätere Berufswahl.
An der FOS Kempten wechseln Unterricht und fpA im zweiwöchigem Rhythmus.
Der kürzeste Weg zum Diplom-Sozialpädagogen (FH) oder Diplom-Religionspädagogen (FH) führt über die Fachoberschule und die Fachhochschule. Viele junge Leute verbinden mit dem Berufswunsch: "Ich möchte irgend etwas mit Menschen zu tun haben", recht unklare Vorstellungen über Berufsbilder, Arbeitsbereiche und auch über ihre eigenen Fähigkeiten für einen sozialen Beruf. Auf diese Situation ist die Fachoberschule eingestellt.
In der Ausbildungsrichtung Sozialwesen wird nicht nur - wie aus der Stundentafel ersichtlich - allgemeinbildender Unterricht (bei fehlenden Vorkenntnissen zusätzlich Ergänzungsunterricht in Mathematik), sondern auch fachspezifischer Unterricht erteilt. Er vermittelt Grundkenntnisse in Pädagogik, Psychologie, Rechtslehre, Musik und Kunsterziehung. Kenntnisse in diesen Fächern erleichtern nicht nur das Studium an einer Fachhochschule für Sozialwesen, sie vertiefen auch die Erfahrungen aus der fachpraktischen Ausbildung. Ferner machen sie soziale Bezüge des täglichen Lebens verständlicher.
In der fachpraktischen Ausbildung nehmen die Schülerteil am Arbeits- und Tagesablauf einer sozialen Institution und erwerben so vielseitige Erfahrungen. Fachpraktische Ausbildung im Sozialwesen heißt an der FOS Kempten konkret: